Home | Friedberg | Fulda | Gießen | Wetzlar | Suche | Top 10 | Sitemap | Hilfe | Kontakt    

Logo Studentenwerk Themenbild im Kopfbereich
Home / Das Studentenwerk / Aktuelles / News-Suche

19.09.2018

'Kopf braucht Dach': Mehr bezahlbarer Wohnraum für Studierende

Bundesweiter Aktionstag der Studenten- und Studierendenwerke im Vorfeld des Wohngipfels -

(EMM) Das Studentenwerk Gießen, das sich für die sozialen Belange der Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Hochschule Fulda einsetzt, beteiligt sich am heutigen bundesweiten Aktionstag „Kopf braucht Dach“ aller Studenten- und Studierendenwerke in Deutschland. Gemeinsam machen sie auf die schwierige Wohnsituation der Studierenden in den Hochschulstädten zum Wintersemester 2018/2019 aufmerksam und fordern von der Politik auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene mehr Unterstützung. Ralf Stobbe, Geschäftsführer des Studentenwerks Gießen erläutert in einem Interview, welche Ziele der Aktionstag verfolgt.

Herr Stobbe, „Kopf braucht Dach“, was bedeutet das?

Ralf Stobbe: „‘Kopf braucht Dach‘ heißt die gemeinsame Kampagne aller Studenten- und Studierendenwerke in Deutschland. Wir fordern von der Politik sowohl auf Bundesebene als auch auf Länder- und kommunaler Ebene, uns noch stärker bei der Schaffung und beim Erhalt von bezahlbarem Wohnraum für Studierende zu unterstützen. Die Wohnsituation gerade jetzt zu Beginn des Wintersemesters 2018/2019 ist für die Studierenden in vielen Hochschulstädten extrem schwierig. Auch die von uns betreuten Studierenden der Hochschulen in Gießen, Friedberg und Fulda haben zunehmend Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum in Hochschulnähe zu finden. Unsere Wohnheimplätze reichen bei weitem noch nicht aus, den Bedarf zu decken. Die Politik muss daher dringend handeln.“

Was fordern Sie konkret?

Ralf Stobbe: „Gemeinsam mit allen Studenten- und Studierendenwerken fordern wir einen Bund-Länder-Hochschulsozialpakt, zusätzlich zu den Bund-Länder-Hochschulpakten. Seit dem Jahr 2008 ist die Zahl der öffentlich geförderten Studienplätze um 45 % gestiegen, die Zahl der öffentlich geförderten Wohnheimplätze jedoch nur um knapp 8 %. Diese Schere darf nicht noch weiter auseinandergehen! Wenn Bund und Länder gemeinsam die Studienplatz-Kapazitäten ausbauen, muss die Infrastruktur mitwachsen. Wir haben in den vergangenen Jahren mit politischer Unterstützung bereits viele Projekte realisieren und dadurch etliche neue Wohnheimplätze für Studierende schaffen können – zum Beispiel durch die Überlassung von Grundstücken und Gebäuden im Erbbraurecht. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Studierende politischerseits weiter gefördert wird, insbesondere durch finanzielle Zuschüsse oder auch günstige Kredite. Ein Förderprogramm des Landes mit Zuschüssen für studentisches Wohnen wie es zum Beispiel die bayrische Landespolitik aufgelegt hat, wäre aus unserer Sicht sehr zu begrüßen.“

Und die Studierenden selbst?

Ralf Stobbe: „Die Erstsemester sind gerade mehrheitlich damit beschäftigt, eine neue Wohnung oder ein Zimmer an ihrem Hochschulstandort zu finden. Unsere rund 3400 Wohnheimplätze sind jedoch so gut wie alle bereits vergeben, die Wartezeit auf einen Platz kann mehrere Monate betragen. Grundsätzlich streben wir eine Unterbringungsquote in unseren Wohnheimen von 10 Prozent gemessen an der Zahl der Studierenden an. Bei insgesamt rund 55.000 Studierenden ist bis zum Erreichen der Quote also noch viel Luft nach oben. Aktuell behelfen wir uns so, dass wir im Rahmen von „Netzwerk Wohnen“ private Vermieter und wohnungssuchende Studierende zusammen bringen. Unser primäres Ziel ist jedoch der Ausbau der Plätze. Alle Studierenden sind daher herzlich eingeladen, sich mit unserer Kampagne ‚Kopf braucht Dach‘ für ihre ureigenen Interessen einzusetzen und uns ihre Stimme zu geben für mehr bezahlbaren Wohnraum. Das geht ganz leicht online auf der Website der Kampagne unter www.mein-studentenwohnheim.de“.

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum ist ja kein alleiniges Problem von Studierenden…

Ralf Stobbe: „Richtig. Die Studierenden, für deren soziale Interessen wir uns einsetzen, sind eine von vielen Bevölkerungsgruppen, die händeringend preisgünstigen Wohnraum suchen. Sie stehen auf dem Wohnungsmarkt in Konkurrenz etwa zu Geringverdienenden, jungen Familien, aber auch älteren Menschen. Deshalb gilt: Jeder neu geschaffene oder sanierte Wohnheimplatz entlastet die städtischen Wohnungsmärkte.“

Ist es Zufall, dass Sie Ihre Forderungen just vor dem „Wohnungsgipfel“ der Bundesregierung bekräftigen?

Ralf Stobbe: „Nein, das ist kein Zufall. Wir wollen auf die schwierige Wohnsituation der Studierenden aufmerksam machen, da tut uns die Bundesregierung - platt gesprochen - eher den Gefallen, ihren Gipfel kurz vor Beginn des Wintersemesters 2018/2018 anzuberaumen. Aber nochmal: Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, und dafür brauchen wir eine gesamtstaatliche Lösung, auch für die Studierenden.“

[Neu]

Zum Fotoalbum
  •   www.studentenwerk-giessen.de   •   © Studentenwerk Gießen   •   letzte Aktualisierung: 17.10.2018   •   Impressum   •   Datenschutzerklärung