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14.08.2019

Graffiti-Workshop bringt Farbe ins Wohnheim

Studierende verschönern Fassade und Treppenhaus der Grünberger Straße - Wohnheimberater Gunar Geitel hat noch mehr Ideen

(EMM) Weltkugel, Chamäleon, Eichhörnchen beim Bierpong, Frida Kahlo – die Motive, die ab sofort den Eingangsbereich und das Treppenhaus des Studentenwohnheims Grünberger Straße zieren, sind so vielfältig wie die Studierenden, die sie gesprayt haben. Auf Einladung des Studentenwerks, das das Wohnheim mit insgesamt 426 Plätzen in drei Gebäuden betreibt, griffen beim dreitägigen Workshop bis zu 20 Bewohnerinnen und Bewohner gleichzeig zur Spraydose, um ihr Zuhause zu verschönern. Angeleitet wurden sie dabei vom Gießener Graffiti-Künstlerpaar Scid und Harti (www.scid-artdesign.de).

Die beiden freischaffenden Künstler bieten regelmäßig Workshops an und waren an der Gestaltung etlicher Gebäude und Flächen in der Stadt beteiligt. Als sie den mehr als 15-stündigen Workshop im Wohnheim starteten, hatten die Studierenden die Qual der Wahl – rund 100 Farben standen für sie zur Auswahl bereit. Nach einem Crashkurs in Sachen Graffiti-Design, Sprühtechnik und Farbenlehre auf Deutsch und Englisch, ging’s an die Auswahl geeigneter Motive. Willkommen waren sowohl eigene Ideen, als auch Inspirationen aus dem Internet. Schon am ersten Tag des Workshops entstanden Bilder im Außenbereich sowie in den unteren Stockwerken des Treppenhauses. Wer wollte, konnte sich bei den Outlines von Scid und Harti helfen lassen - musste das aber nicht. Die beiden Künstler, die selbst sichtlich Spaß beim Workshop hatten, konnten ein paar „echte Talente“ unter den Studierenden ausmachen. Dass diese ihr Wohnheim selbst mitgestalten können, halten die beiden Künstler für eine sehr gute Idee. „Und als ‚Bonus‘ lernen sie sich beim gemeinsamen Sprayen besser kennen und tauschen sich aus, was den Zusammenhalt im Wohnheim sicher fördern wird“, so Scid am Rande des Workshops. Besonders beeindruckt habe ihn, dass die Studierenden trotz freier Motivwahl aufeinander geachtet und genau überlegt hätten, was sie selbst sprayen wollen, sodass es zu den Ideen der anderen passt. „Wir haben zum Beispiel an mehreren Stellen Hände, die sich fassen und so Zusammenhalt symbolisieren. Das war den Studierenden enorm wichtig. Dadurch, dass sie so gut aufeinander geachtet haben, ist trotz der jeweils individuellen Gestaltung ein zusammenhängendes großes Ganzes entstanden.“

Als Graffiti-Künstler freue es die beiden besonders, dass durch Projekte wie das aktuelle Graffitis aus der Schmuddelecke heraustreten und als künstlerisches Medium sichtbar werden, so Scid. Den Bewohnerinnen und Bewohnern gefällt’s ganz offensichtlich – noch im Entstehen der einzelnen Kunstwerke war im Vorbeigehen schon das ein oder andere „voll cool“ zu hören.
Die Idee zum Graffiti-Workshop hatte Gunar Geitel beigesteuert, der seit Mai 2018 im Studentenwerk als Wohnheimberater im Wohnheim Grünberger Straße arbeitet. Nach seinem dualen Studium „Soziale Arbeit“ hat Geitel zwei Jahre lang in der stationären Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet, bevor er seinen Rucksack gepackt hat und sechs Monate durchs südliche Afrika gereist ist. Im Studentenwohnheim arbeitet er nun mit jungen Erwachsenen zusammen und koordiniert die insgesamt 34 Flurtutorinnen und –tutoren der einzelnen Wohneinheiten in der Grünberger Straße. Die meisten Studierenden wohnen hier in Einzelzimmern, die in Wohngemeinschaften mit gemeinsamer Nutzung von Küche und Bad zusammengefasst sind.

Zusammen mit seinem Wohnheimberater-Kollegen Jan Dennerlein, der bereits seit Mai 2015 im Eichendorffring, der größten Wohnanlage des Studentenwerks in Gießen, die Fäden zusammenhält, versteht sich Geitel als zentraler Ansprechpartner für alle Belange der Studierenden vor Ort. Folgerichtig kennt er ihre Vorstellungen genau. „Ich finde es richtig und wichtig, dass die Studierenden bei uns mitentscheiden können, wie sie wohnen wollen. Dass wir zusammen mit dem Referat Wohnen und Soziales des AStA der JLU dieses Jahr ein Aktionsteam gegründet haben, das sich vorgenommen hat, die Wohnheime zu optimieren, begrüße ich sehr.“, so Geitel. Gefragt danach, was ihm an seinem Job besonders gut gefällt: schmunzelt der 28-jährige: „Er ist so schön bunt – und das aktuell auch im wahrsten Sinne des Wortes. Mir macht es großen Spaß, im interkulturellen Kontext zu arbeiten und im Wohnheim mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen. Aktuell wohnen Studierende aus 60 Nationen bei uns in der Grünberger – sie alle haben unglaublich interessante Geschichten zu erzählen, bringen ganz eigene Ideen fürs Zusammenleben mit und tragen zu einer tollen Gemeinschaft bei.“ Die größte Herausforderung bei seiner Arbeit sei die Sprache, da nicht alle deutsch und/oder englisch sprächen und es so immer mal zu Missverständnissen komme. Um die wichtigsten Regeln des Zusammenlebens im Wohnheim zu erklären, setzt das Studentenwerk daher mehrsprachige illustrierte Wohnheimwörterbücher und -broschüren ein.

Wenn es nach ihm gehe, könne es gerne so bunt weitergehen, so Geitel. Das Graffiti-Projekt soll in jedem Fall fortgeführt werden – in den Fluren gibt es noch viele freie Flächen, die gestaltet werden können. Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern hat er außerdem bereits angefangen, die Küchen zu streichen und zu renovieren. Im Rahmen eines Upcycling-Projekts baut der Wohnheimberater mit den Studierenden auch kleinere Möbel aus bereits vorhandenen. Bleibt dabei etwas übrig, können die Studierenden auch Regale oder andere Kleinmöbel für ihr eigenes Zimmer bauen. Die enorme Gruppendynamik, die sowohl beim Graffiti-Workshop als auch bei den gemeinsamen Renovierungsarbeiten entstanden ist, will Geitel nutzen: „Ab dem kommenden Wintersemester will ich im Wohnheim ein „Semester-Opening“ für neue Mieterinnen und Mieter anbieten. Die Studierenden sind stolz auf ihre Ergebnisse, achten insgesamt mehr auf ihr Wohnheim und freuen sich darauf, es anderen zu zeigen. Mit dem Opening wollen wir die ohnehin schon gute studentische Willkommenskultur in Gießen weiter fördern“. Unter den entstandenen Bildern hat Geitel drei Favoriten: Das Chamäleon am Eingang, den Vogel, der die Treppe zur Waschküche ziert und einen Koala-Bären im Treppenhaus. „Den Koala hat eine Studentin gesprayt, die nur für sechs Wochen im Rahmen eines Veterinär-Praktikums bei uns ist – ich finde es super, dass sie sich so für die Gemeinschaft engagiert hat!“

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Tag 2 des Workshops: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des von Scid (vorne links) und Harti (vorne rechts) geleiteten Workshops freuen sich darauf, weiter an ihren Werken zu arbeiten.
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